Auf den Spuren von Alfons Gumpenrieder: Kanuwandern auf dem Regen

Schon im Vorfeld war klar, dass die diesjährige Tour besonders werden würde: drei Tage und 13 Teilnehmer waren angesagt. Damit war es die größte Gruppe der Leiterrunde (+ Freunde), die sich auf den Weg nach Bayern zum Kanufahren machte.

Die erste Etappe führte von Blaibach nach Cham. Tim, der schon 1937 bei der Erstbefahrung mit Alfons Gumpenrieder auf dem Regen dabei war, erwies sich als Guide, der jede Stelle im Fluss lesen konnte.

Da es auf dem Wasser gefühlte 40°C hatte, gab es einige Pausen auf und im Wasser. Speziell das Vesper am Mittag auf der Sandbank und das Baden in der Strömung waren richtig geil.

In Cham wurden Tortellini gekocht, es kam noch der Nachzügler Brani dazu und wir verbrachten den Abend mit einem Döschen Bier auf einer Wiese am Regen.

Am zweiten Tag war Roding unser Ziel. Genau wie am Freitag machten wir eine längere Pause, um zu schwimmen, die Aussicht und das Vogelschutzgebiet zu genießen. Als dann in unserem Rücken ein Gewitter aufzog, entschieden wir uns dann doch spontan, unsere Sachen zu packen und etwas „Attacke zu machen“. Was nicht fehlen durfte, war natürlich wieder das Kentern von Martins Boot. Dieses Mal mussten nur ein paar Dosen dran glauben, während sämtliches Equipment geborgen wurde. Zum Glück blieben wir wenigstens von schlechtem Wetter verschont, so konnten wir abends an einer Bar am Ufer doch für etwas Umsatz sorgen.

Die Strecke am Sonntag bot teilweise eine wunderschöne Landschaft mit Felsen und bunten Wäldern. Man konnte sich gut treiben lassen, außerdem musste man das Kanu nicht großartig umtragen. In Walderbach gab es noch ein Besuch im Klosterhof, ein letztes Bad, Essen und wir beendeten auch dort die Tour, da ja noch über drei Stunden Heimfahrt vor uns lagen.

Im nächsten Jahr werden wir definitiv wieder drei Tage aufs Wasser gehen!

Durchs liebliche Taubertal

Auch in diesem Jahr organisierten die Ururaltrover eine kleine Kanutour für den Stamm und dessen Freunde. Und es war wie immer: Andi rutscht aus und tut sich weh, ein Boot kentert, Equipment bleibt im Fluss und es gibt großartiges Essen.

Start war im schönen und unbekannten Dittigheim. Und endlich mal ein Kanuverleiher, der cool drauf war und sich nicht selbst extrem geil fand. Mit der Rekordzahl von fünf Kanus ging es nun auf die Tauber, in Richtung Main. Das wäre das theoretische Ende der Tour gewesen, wir wollten es aber ruhig angehen. Es gab das eine oder andere Wehr, Gespräche zu den Baumarten, gemütliches Treiben und lediglich eine heikle Stelle. Obwohl die Herren E. und B. diese eigentlich schon passiert hatten, lagen plötzlich Mannschaft und Gepäck im Wasser. Ein großer Spaß – für die anderen vier Boote. Am Abend wurde in Niklashausen wieder gemeinsam gekocht und ein örtliches Lokal aufgesucht. In der Tradition der „Raiberschbiel“, gab es dieses Mal „Zehntausend“.  Nähere Infos findet man ja auf dem Bild… Am zweiten Tag musste anfangs ein etwas komisches Wasserwerk und ein Naturschutzgebiet überwunden werden, dann konnten wir bei strahlender Sonne endlich mal ein bisschen paddeln. Wobei wir auch feststellten, dass man auch mit vier Booten nebeneinander so manchen Stromschnell bewältigen kann. Lächerlich!

Ausgestiegen sind wir dann in Reicholzheim, wo es vor der Heimfahrt noch ein deftiges Essen und einen Anschiss von einem Platzwart gab. Warum auch immer…. Und im nächsten Jahr geht es weiter, immerhin ist schon weiteres Equipment gekauft worden!

Wie damals 1986 auf dem Yukon…

Am 30. und 31. Juli 2011 gab es wieder die traditionelle Kanutour der Leiterrunde, die dieses Mal um zwei Freunde des Hauses ergänzt wurde. Auf der Jagst fuhren wir über Marlach, Berlichingen und Jagsthausen, um schlussendlich im kleinen Witten anzukommen. Alten Pfadfindern dürfte diese Tour bekannt sein: 1992 wurde dieses Stück bereits mit dem Schlauchboot befahren. Und auch in diesem Jahr bot die Jagst wieder einige dünnbewässerte Stellen, die man nur laufend und ziehend bewältigen konnte.

Der Anfang war aber recht vielversprechend, auch wenn die geliehenen Kanus nicht unbedingt perfekt waren. Die anderen Gruppen ließen wir gerne vorbei ziehen, natürlich nicht ohne noch gute Ratschläge zu geben. Frage einer rothaarigen Badenerin: „Ey, was macht ihr denn mit dem Basilikum?“ – „Kochen! Was machst du damit?“ An den Wehren wurden die Boote übergesetzt oder wir rutschten runter. Andi schaffte das an einer Stelle sogar ohne Kanu.

Auf dem Weg gab es ansonsten gute Gespräche, dummes Geschwätz, kalte Getränke aus kleinen Dosen, viele Geschichten aus vergangenen Tagen und einen umgekippten Baum, der leider das Gästekanu zum Kentern brachte und auch ein zweites Boot tüchtig mit Wasser füllte.  Nach dieser kleinen Zwangspause ging es dann weiter in Richtung Kloster Schöntal. Hier gingen wir wieder an Land, das wir uns noch kurze Zeit mit einem Tauchverein teilen mussten. Unser Maître Jens bereitete Nudeln mit frischer Tomaten-Specksoße zu (dafür der Basilikum), während Tim und Uli sich auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität für das Feierabendbier machten. Leider war im einzigen Laden im Ort eine Hochzeit und damit „Geschlossene Gesellschaft“. So blieben wir eben auf der Wiese an der Jagst. Immerhin überließen uns die Taucher ordentlich Brennholz, sodass wir die nassen Klamotten trocknen und noch ein bisschen Stockbrot machen konnten.

Der zweite Tag begann mit einem ordentlichen Frühstück und einigen leichten Stromschnellen, die einen auch gerne in das nächste Gebüsch schickten. Heute blieben aber alle in ihren Kanus, zumindest stieg niemand unfreiwillig aus, und T-Shirt und Hose blieben trocken. Beim letzten Wehr war allerdings etwas  Kreativität gefragt, um die Kanus nicht 200 Meter quer durch die Pampa tragen zu müssen. Als das Türchen beim Wasserkraftwerk aber geöffnet war, konnten wir da auch zügig umsetzen. Bis zu unserem Ziel trieben wir in Formation oder ruderten gemütlich vor uns hin. Aber auch in Witten hatten wir mit der Gastronomie kein Glück: Es gab lediglich einen kleinen Imbiss. So großen Hunger konnte man jedoch fast nicht haben… Ein Eis musste genügen, das war wenigstens abgepackt.

Die Ausrüstung wird für das kommende Jahr noch optimiert, dann geht es nämlich wieder weiter.