Wie damals 1986 auf dem Yukon…

Am 30. und 31. Juli 2011 gab es wieder die traditionelle Kanutour der Leiterrunde, die dieses Mal um zwei Freunde des Hauses ergänzt wurde. Auf der Jagst fuhren wir über Marlach, Berlichingen und Jagsthausen, um schlussendlich im kleinen Witten anzukommen. Alten Pfadfindern dürfte diese Tour bekannt sein: 1992 wurde dieses Stück bereits mit dem Schlauchboot befahren. Und auch in diesem Jahr bot die Jagst wieder einige dünnbewässerte Stellen, die man nur laufend und ziehend bewältigen konnte.

Der Anfang war aber recht vielversprechend, auch wenn die geliehenen Kanus nicht unbedingt perfekt waren. Die anderen Gruppen ließen wir gerne vorbei ziehen, natürlich nicht ohne noch gute Ratschläge zu geben. Frage einer rothaarigen Badenerin: „Ey, was macht ihr denn mit dem Basilikum?“ – „Kochen! Was machst du damit?“ An den Wehren wurden die Boote übergesetzt oder wir rutschten runter. Andi schaffte das an einer Stelle sogar ohne Kanu.

Auf dem Weg gab es ansonsten gute Gespräche, dummes Geschwätz, kalte Getränke aus kleinen Dosen, viele Geschichten aus vergangenen Tagen und einen umgekippten Baum, der leider das Gästekanu zum Kentern brachte und auch ein zweites Boot tüchtig mit Wasser füllte.  Nach dieser kleinen Zwangspause ging es dann weiter in Richtung Kloster Schöntal. Hier gingen wir wieder an Land, das wir uns noch kurze Zeit mit einem Tauchverein teilen mussten. Unser Maître Jens bereitete Nudeln mit frischer Tomaten-Specksoße zu (dafür der Basilikum), während Tim und Uli sich auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität für das Feierabendbier machten. Leider war im einzigen Laden im Ort eine Hochzeit und damit „Geschlossene Gesellschaft“. So blieben wir eben auf der Wiese an der Jagst. Immerhin überließen uns die Taucher ordentlich Brennholz, sodass wir die nassen Klamotten trocknen und noch ein bisschen Stockbrot machen konnten.

Der zweite Tag begann mit einem ordentlichen Frühstück und einigen leichten Stromschnellen, die einen auch gerne in das nächste Gebüsch schickten. Heute blieben aber alle in ihren Kanus, zumindest stieg niemand unfreiwillig aus, und T-Shirt und Hose blieben trocken. Beim letzten Wehr war allerdings etwas  Kreativität gefragt, um die Kanus nicht 200 Meter quer durch die Pampa tragen zu müssen. Als das Türchen beim Wasserkraftwerk aber geöffnet war, konnten wir da auch zügig umsetzen. Bis zu unserem Ziel trieben wir in Formation oder ruderten gemütlich vor uns hin. Aber auch in Witten hatten wir mit der Gastronomie kein Glück: Es gab lediglich einen kleinen Imbiss. So großen Hunger konnte man jedoch fast nicht haben… Ein Eis musste genügen, das war wenigstens abgepackt.

Die Ausrüstung wird für das kommende Jahr noch optimiert, dann geht es nämlich wieder weiter.