1. Hofener Burgspiele 3.-5.12.2010

Am 3. Dezember machten wir uns auf zu den 1. Hofener Burgspielen, die auf dem Schloss Ebersberg stattfinden sollten. Eingeteilt in drei Gruppen, sollte hier mit Heldenmut, Kreativität und Geschick um die Gunst der Burgherren gekämpft werden. Den tapferen Siegern wurde die Hand des holden Burgfräuleins und ewig währenden Ruhm versprochen.
Es begann mit einem Kampf um Luftballons und Wäscheklammern, bei dem niemand geschont wurde. Nach dieser Herausforderung konnten sich die Teilnehmer am Feuer wärmen oder in den Gemeinschaftsräumen leichte Unterhaltung und Zerstreuung suchen. Vielen steckte ja noch der anstrengende Ritt zum Schloss in den Knochen. Zur Mitternacht wurde dann das Wiegenfest des Knappen Robin gefeiert.

Am Samstag war nicht rohe Gewalt, sondern Kreativität und Witz gefragt. Schließlich musste nicht nur das eigene Gruppenwappen entworfen, sondern auch ein Gedicht oder Theaterstück einstudiert werden, das die Burgherren trefflichst unterhalten sollte.
Nachmittags wurden dann bei Spielen auf dem Turm, im Kaminzimmer und der Küche weiter um Punkte und damit auch um den Sieg gekämpft. Höhepunkt war jedoch die Aufgabe im Schlosshof: Hier musste die gesamte Gruppe ein hüfthoch gespanntes Seil überqueren, ohne selbiges zu berühren. Manch tapferer Ritter sprang todesmutig über jenen Strang, andere blieben als letzter Teilnehmer mit dem Fuß hängen, worauf die gesamte Gruppe wieder von vorn beginnen musste. Ein großer Spaß, nicht nur für die Burgherren.
Nun ging es aber wieder Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau. Bei eisigen Temperaturen und einsetzender Dunkelheit kam es zu Duellen, die die Burg in knapp 900 Jahren noch nicht gesehen hat. Unvergessen die Schlacht zwischen den Rittern Felicius und Benediktus, die mehrere Minuten mit Säcken auf sich einschlugen, sich dabei aber immer innerhalb der Markierung hielten. Auch der Zweikampf um die herrschaftliche Lanze und das Auffädeln der gesamten Gruppe sorgten für glänzende Unterhaltung und rote Nasen.
Abgerundet wurde der Tag mit einem Mahl, wie es tapferen Teilnehmern eines solchen Turniers würdig ist: Kein Besteck, volle Platten und Schüsseln, Fleisch am Knochen, Bratäpfel, Getränke aller Art und künstlerischen Darbietungen von hohem Niveau. Was wurde da gelacht.
Natürlich wurden nun auch die Sieger gekürt. Die gelben Ritter konnten sich knapp durchsetzen und wurden, da das Burgfräulein unpässlich war, mit einem Pokal voller Näschereien entlohnt. Dies wurde freudig akzeptiert, schließlich waren die Burgherren, unterstützt von einigen erfahrenen Spießgesellen des Fördervereins, klar in der Überzahl.

Am Sonntag mussten die Spuren des abendlichen Gelages entfernt werden: Küche putzen war angesagt! Gleiches galt für die Kammern der Teilnehmer und die Latrinen. Dies geschah jedoch recht schnell und gründlich, sodass der gesamte Tross um die Mittagszeit wieder ins heimische Dorf aufbrechen konnte.
Und da das Burgfräulein den Hausherren immer noch auf der Tasche liegt, muss es wohl irgendwann wieder ein Turnier geben…